Miteinbeziehen und miteinbezogen werden

Die YOLU-Tage sind eine wahre Freude für mich. Ein halbes Jahr bevor sie ihre Lernstelle antreten, sind die zwei Jugendlichen jeden Mittwoch im Effinger zu finden. Wir testen sozusagen den zukünftigen Arbeitsalltag, indem wir an diesen Tagen zusammen arbeiten. Dabei scheinen Joscha und Maël nur so von Tatendrang zu strotzen. Mittlerweile müssen wir sogar darauf achten, dass sie nicht zu viel los haben. Im Effinger sind sie nämlich bekannt und so gelangen von verschiedensten Seiten Anfragen oder Ideen direkt an sie. Weil sie schon sehr selbständig handeln, haben wir auch schon gewisse Dinge nicht mitbekommen. Das ist an sich nicht schlecht, da wir sie in ihrer Selbständigkeit unterstützen und fördern wollen. Trotzdem ist es wichtig, dass wir miteinbezogen werden, um ihnen allenfalls die nötige Unterstützung oder Beratung geben zu können. Bei diesem Thema stelle ich eine Unsicherheit an mir fest: Wie proaktiv soll ich die Lernenden begleiten, unterstützen, beraten? Wann soll ich sie einfach (arbeiten) lassen und wann ist die Schwelle erreicht, wo ich “eingreifen” sollte? Das sind richtig spannende Fragen, deren Antworten ich mit der Zeit und Erfahrung erhalten werde. Ich befinde mich also mitten in einem Lernprozess. Wobei - nur von einem Lernprozess zu sprechen, ist äusserst untertrieben. Denn ich habe auch realisiert, dass ich die Jugendlichen genauso in meinen Arbeitsalltag miteinbeziehen sollte wie sie mich. Bis jetzt war mein Fokus stark auf ihr selbstbestimmtes Arbeiten und Lernen gerichtet. Uns ist schliesslich wichtig, dass sie jetzt, in dieser Probephase, auch den eigenen Projekten nachgehen können. Dabei ging jedoch mehr als einmal vergessen, sie an meinem Alltag teilhaben zu lassen, ihnen einen Einblick in meine Projekte zu geben, sie an ein Gespräch mitzunehmen. Für die nächste Phase nehme ich mir vor, dies zu ändern.